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Dampferfreunde tagen am Untersee - Verein Pro Dampfer erstmals Gastgeber

Aktualisiert: 29. Mai 2019


Während der Fahrt von Kreuzlingen nach Schaffhausen erklärte Präsident Raimund Hipp (Dritter v.r.) Geschichte und Geographie der URh-Strecke. (Bild: Mario Gavazzi)

Jedes Jahr treffen sich die Vorstandsmitglieder der verschiedenen Schweizer Dampferfreunde-Vereine zu einem gemeinsamen Austausch. 2019 konnte nun der Verein Pro Dampfer die Vertreter der anderen Seen und Regionen in der Nordostschweiz begrüssen. Darüber wurde kürzlich auch in der Presse berichtet, hier der entsprechende Link zum St. Galler Tagblatt:


https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld/dampferfreunde-tagen-auf-dem-untersee-und-rhein-ld.1122645














Anlässlich dieses Treffens konnte der bekannte Verkehrsjournalist Mario Gavazzi mit unserem Vereinspräsidenten Raimund Hipp auch ein Gespräch führen. Hier das Interview:


"Das ist Technik, die zeigt, was sie macht!"


-Mario Gavazzi: Raimund Hipp, das Schicksal des vor 52 Jahren gegen den Willen vieler Menschen verschrottete, letzte URh-Dampfschiff "Schaffhausen" hat fast schweizweit eine Bewegung ausgelöst und vielen anderen Dampfern das Leben gerettet. Sie sind Aushängeschilder auch des Schweizer Tourismus. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus für das Projekt des Vereins Pro Dampfer ?


RH: Man sieht schon am touristischen Erfolg der Hohentwiel auf dem Bodensee, dass ein schönes Dampfschiff auch bei uns gefragt ist. Wenn nun noch das attraktive und sehr abwechslungsreiche Fahrgebiet an Untersee und Rhein - immerhin eine Landschaft von nationaler Bedeutung - dazu kommt, dann muss das doch auch hier zu einem grossen Erfolg führen. Zudem machen solche Schiffe einfach Freude: Wenn man sehen kann, wie die Maschine arbeitet und das Schiff vorantreibt - da stehen nicht nur gestandene Männer mit glänzenden Augen daneben, sondern auch Familien mit Kindern, die mit Freude erleben, was gerade passiert. Das ist Technik, die zeigt, was sie macht! Zudem haben wir natürlich das Ziel, ein schönes klassisch-elegantes Schiff zu bauen – eines, das die Leute mit Freude begrüssen, wenn es anlegt! Dazu soll es CO2-neutral betrieben werden: Keine fossilen Brennstoffe wie bei den Dieselschiffen, sondern nachwachsende Rohstoffe, möglichst aus der Region (momentan denken wir an Holzpellets). Das Schiff wird also etwas für alle Sinne: Auge, Ohr und Nase!


-MG: Die Tagung der Dampferfreunde-Präsidiumsmitglieder der Schweiz findet an einem denkwürdigen Datum statt, genau 52 Jahre nach der letzten Fahrt des legendären Dampfschiffes Schaffhausen nach Romanshorn in den Abbruch. Mit welchen Gefühlen gehen Sie durch diesen Tag?


RH: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge: natürlich ist es eine verpasste Gelegenheit gewesen, ein solches Schiff hätte man aus heutiger Sicht auf keinen Fall verschrottet. Aber es ist passiert und vorbei. Das gibt uns heute die Möglichkeit, etwas Neues, Modernes, Umweltfreundliches zu schaffen und ist so vielleicht auch eine Chance.


-MG: Das leider verschwundene DS Schaffhausen ist legendär und Teil des historischen 'Gedächtnisses' in der Gegend zwischen Schaffhausen und Bodensee. Was motiviert Sie, das Ziel eines neuzeitlichen Dampfschiffes für die Rheinstrecke zu verfolgen?


RH: Wie gesagt: Eine neue Chance für ein modernes Projekt in einem klassisch schönen aber neuen Schiff: Wer hat schon einen modernen Raddampfer mit allen Vorteilen beider Epochen? Dampftechnik, aber modern gesteuert und mit umweltfreundlichen und klimaneutralen Brennstoffen betrieben - das wäre ziemlich einmalig weltweit!